Marmot Kletterfestival  


 

Rückblick auf das 1. Marmot-Frankenjura-Kletterfestival 2012 


Legendäres Vorbild, viel Fingerspitzengefühl
31 Jahre nach dem legendären Klettertreffen in Konstein 1981 ging an Pfingsten 2012 endlich wieder ein richtig großes Kletterfestival über die Bühne: das „Marmot Frankenjura Kletterfestival“. Von Anfang an war klar, dass diese Veranstaltung von den einheimischen Kletterern, den Naturschutzbehörden, anderen Naturnutzern und Interessenvertretern und den Einwohnern sehr genau beobachtet werden würde. Deshalb gingen zahlreiche Gespräche, Treffen und Sitzungen voraus, um die Meinungen aller Gruppen abzufragen und gleich in den Planungen umzusetzen. Es hat bestens funktioniert, darüber hinaus hat das Kletterfestival z.B. mit den Sonderzügen und Straßensperrung im Pegnitztal auch neue Wege aufgezeigt, wie auch an Spitzenzeiten - wie dem Pfingstwochenende - große Menschenmengen auf sanfte Art an sensible Naturbereiche herangeführt werden können ohne diese zu schädigen.

Der Frankenjura hatte noch einen weiteren Grund zum Feiern: Mit den sogenannten „Kletterkonzepten“ wurde hier eine Lösung gefunden, den verschiedenen Interessen von Kletterern, Anliegern, Naturschutz etc. gerecht zu werden. Das erste Kletterkonzept, 1992 an der Weißen Wand im Wiesenttal, jährte sich beim Kletterfestival zum 20ten Mal. Die Idee aus Franken ist heute Vorbild für ähnliche Lösungen im In- und Ausland.

Auch bei den Kletterfelsen gingen die Organisatoren sehr sorgsam vor: Die Publikums-Veranstaltungen fanden am Kunstfels statt; an allen Standorten (Auerbach, Betzenstein, Outdoortag) wurden künstliche Kletterwände aufgestellt. Die Naturfelsen waren dadurch so gering frequentiert wie schon seit Jahren nicht mehr zu Pfingsten. Obendrein wurden an den Brennpunktfelsen Toiletten und Abfalleimer aufgestellt, um auch diesbezüglich jeder Kritik vorzubeugen. Auf alle Einsteigerangebote am Fels („Schnupperklettern“) wurde beim Festival bewusst verzichtet.

Überzeugender Naturschutz bei Großveranstaltung
Nicht nur den Menschen zieht es im Frühling ans Licht, auch bei Fauna und Flora ist diese Jahreszeit von größter Bedeutung. Beim Outdoortag wurde ein Weg aufgezeigt, wie Konflikte vermieden und auch eine große Menschenmenge naturverträglich an sensible Räume herangeführt werden kann: Die Straße im schönsten Talabschnitt des oberen Pegnitztal wurde für KFZ gesperrt und so zu einer prächtigen Flaniermeile.
Tausende Menschen konnten den schönsten Talabschnitt des oberen Pegnitztales einmal ohne Verkehrslärm erleben - auch im Rollstuhl oder mit dem Kinderwagen. Auf der Asphaltstrasse waren trotz der vielen Besucher keine Flurschäden zu befürchten.
Für die Spaziergänger gab es plötzlich viel zu entdecken: die Ruhe an den turmhohen Felsen, die leise strömende Pegnitz, Wald, geschützte Wiesen, Pflanzen, Biberspuren und vieles mehr.

Kletterercamp Betzenstein
Weil die Besucher ihre Zelte und Wohnmobile nicht irgendwo versteckt in der Pampa aufstellen sollten, wurden in Betzenstein Wiesen angepachtet und zum Übernachten freigegeben. Der Obolus wurde mit Blumenfeldkassen eingesammelt, Toiletten und Duschen gab es im benachbarten Sportheim und im Freibad.
So besuchten mehr als 2.500 Kletterer den Campground, Expo-Area und Freibadgelände, sei es zum Übernachten, Shoppen in der Expo Area oder schlicht, um Infos zu Workshops und den Klettermöglichkeiten einzuholen.
Rund 400 Gäste lauschten „Erbses“ philosophischem Kletterkabarett zur Festival-Eröffnung am Freitag, der das Publikum mit rhythmischem Gitarrensound, plakativen Zeichnungen und tiefgründigen Gedanken auf 4 Tage Kletterspaß und Party einstimmte.

Freibad-Party
Am Samstagabend erreichte die Partystimmung ihren Höhepunkt zum DWS-Contest im Betzensteiner Freibad. Gut 1600 Gäste aus nah und fern waren gekommen, um bei dieser Premiere dabei zu sein. Mit brillanter Stimme und perfekter instrumentaler Begleitung zauberten die fünf Damen der Band „The Night Nurses“ auf den Rasen des Freibades, was das ansonsten eher unrhythmisch wirkende Klettervolk zum Tanz bis tief in die Nacht animierte.

Neuartiges DWS-Wandkonzept
Highlight und Namensgeber der Party war allerdings ein spektakulärer Kletterwettkampf, der mit internationalen Kletteridolen besetzt war. Als Kletterarena diente eine spezielle Traversenkonstruktion über dem Sprungbecken des Freibades in Betzenstein - so etwas hatte es noch nie zuvor gegeben. Der Moderator war in Höchstform und brachte das Publikum in Stimmung. In einer Vor- und einer Finalrunde duellierten sich international bekannte Kletterer darunter Stefan Glowacz, Christian Schlesinger und Steve McClure.

Auch Local Heiko Queitsch nahm kurzentschlossen an dem Contest teil, nachdem ihn das Publikum lautstark in die DWS-Arena bat. Bis in die Nacht entwickelte sich ein Wettkampf, der an Spannung und Stimmung kaum zu toppen war. Glückliche Sieger nach den Finals um Mitternacht waren Alexander Megos und sein Partner Peter Würth.

Ebenfalls hoch emotional war der Bildvortrag des Kletterers Philippe Ribière. Der als Waisenkind auf Martinique und mit deformierten Armen und Beinen geborene fand Adoptiveltern und entdeckte den Klettersport. Er begeisterte das Publikum durch seinen Vortrag und durch seine mitreisende Lebensfreude, die er als DJ unter Beweis stellte so dass bis in die Morgenstunden getanzt, gelacht, und ausgelassen gefeiert wurde.

Vorbildliches Kletterer-Verhalten
Just in diesem Moment um drei Uhr in der Nacht, als eine letzte Traube von Kletterern die Bühne um Phillippe belagerten, zog der Bademeister augenreibend ein erstes Resümee. „Kein Müll liegt auf dem Boden! Da hatten wir schon kleinere Veranstaltungen, nach denen das Personal stundenlang damit beschäftigt war, die Liegewiese vom Unrat zu befreien.“ Jetzt stehen die Kletterer hoch im Kurs beim Bademeister und drüber hinaus bei den Betzensteinern, die mit vielem ehrenamtlichen Engagement unter der Leitung von Christof Mahler das Veranstaltungsgelände organisierten.
Ebenso sauber wie der Freibadrasen war auch die Zeltwiese als die sich gegen Ende des Festivals langsam leerte. Und genauso verhielten sich die Sportler während der vier Tage auch auf der eigentlichen Spielwiese der Sportler, den Jurafelsen.

Bouldercup in Auerbach
Auch in Auerbach wurden neue Maßstäbe gesetzt. In der dortigen Helmut-Ott-Halle fanden am Samstag die Deutschen Jugendmeisterschaften, am Sonntag der Deutsche Bouldercup statt. Niemals zuvor gab es mehr Teilnehmer (150) bei einer Deutschen Jugendmeisterschaft, niemals gab es mehr Zuschauer bei einem Deutschen Bouldercup. Zum Finale des Cups fanden sich mehr als 1300 Frankenjura-Kletterer und Auerbacher Bürger ein, um einen spannenden Wettkampf zu erleben. DAV-Offizieller und Festivalsmoderator Matthias Keller zeigte sich von der Stimmung beeindruckt, die er bei einem Deutschen Bouldercup so vorher noch nicht erlebt hatte.

Indes lieferten die Wettkämpfer einen weltcupreifen Auftritt: Thomas Tauporn setzte sich in einem Herzschlagfinale vor Alexander Megos und Markus Jung bei den Herren durch. Und Julia Winter gewann denkbar knapp die Damenwertung vor Isabell Leiner und Dorothea Karalus.
Nach der Siegerehrung entführten Holger Heuber und Stefan Glowacz in einer Open-Air Kulisse vor der Wettkampfhalle und einer riesigen Leinwand zu ihren Kletterabenteuern nach Brasilien und auf Baffin Island.
In den Umbaupausen sorgte ein spannender Slackline Contest für staunende Gesichter und Interesse an dieser Trendsportart: Vor den Augen von 500 Zuschauern veranstaltete die Firma Slackline-Tools den „Trick’n Slack“, aus dem Lukas Irmer als Sieger hervorging. Wer neugierig war, der konnte das Slacklinen gleich nebenan unter Anleitung selber ausprobieren.

20.000 Besucher beim Outdoortag
Rund 20.000 Besucher vergnügten sich am Pfingstmontag beim Outdoortag im autofreien Pegnitztal zwischen Velden und Rupprechtstegen. Ein krönender Abschluss des viertägigen Marmot Frankenjura Kletterfestivals. Überragt von einer beeindruckenden Felskulisse zwischen den Orten Velden, Rupprechtstegen auf einer Strecke von etwa drei Kilometern flanierten die Gäste über die für Autos gesperrte Straße. Die drei Kilometer lange Festivalpromenade entlang der Pegnitz war an diesem Tag fest in der Hand der Natursportler.

Auf halber Strecke liegt die Ortschaft Lungsdorf, dort präsentierte der Tourismusverband des Kreise Nürnberger-Land mit seinem „Frankenalb-Dorf“ die große Vielfalt der Outdoor-Aktivitäten: Ballonfahren mit dem Heißluftballon, Bikepark mit Zweirad Teuchert, Bogenschießen, Wanderreiten mit Claudias Pferderanch, „Thermenstrand“ der Fackelmann Therme Hersbruck, Schnupper-Kanufahren mit FP Sportreisen, Schlittenhunde des FSSC, Schnupper-Golfen mit Golfclub Gerhelm und Golfschule Hunger, Hagerer Kutschfahrten, Kanuga-Kanubau, Die neuen E-Bikes von Movelo, Lamatrekking mit den Reckenberg-Lamas, Fliegenfischen mit den Veldener Fischern, Beach-Volleyball mit dem TV 1881 Altdorf, Feuerbohren mit der Wildnisschule Frankenalb. Dieses Angebot nutzten Einheimische wie Interessierte aus der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen gleichermaßen. Eine gelungene Werbung für die Natursportmöglichkeiten im Oberen Pegnitztal und bislang die größte Tourismus-Veranstaltung in den drei beteiligten Landkreisen überhaupt.

Print, TV, Web und Radio
Das Medieninteresse für die Veranstaltung im Vorfeld war beachtlich. Mehr als 150 Artikel mit einer Gesamtauflage von mehr als 5 Millionen an gedruckter Berichterstattung, dazu zahlreiche Veröffentlichungen im Internet, Fernsehen und Rundfunk waren neben den sehr guten Wetterprognosen vielversprechende Vorboten für das Festival. Vor allem beim Outdoortag wurde jedoch sämtliche Erwartungen an Besucherzahlen übertroffen. So konnte sich die Tourismusregion Frankenpfalz zusammen mit ihren Partnern höchst erfolgreich als Ziel für Tagestourismus in der Metropolregion präsentieren.

Das Marmot-Frankenjura-Kletterfestival erwies sich als eine bislang nie dagewesene Präsentationsplattform für ansässige Outdoorsport-Anbieter. Der Mehrtages-Tourismus profitierte von der bundesweiten Vorberichterstattung und Sonderveröffentlichungen für Sportklettern und die Boulderwettkämpfe.


Sämtlicher Speis und Trank für die 25.000 Besucher wurde von regionalen Lieferanten und ansässigen Gastronomen bewerkstelligt.


Die Original 2012er Festival-Webseite, mit allen Informationen, dem kompletten Programm, allen Ausstellern und Sponsoren, Downloads etc. ist archiviert und hier einzusehen: www.horstfuersattel.de/2012_kletterfestival/index.htm
 


 

 
 
Fakten und Zahlen 2012
Titel: Marmot Frankenjura Kletterfestival
Termin: Pfingsten 2012 (25. - 28. Mai 2012)
Kletterfestival 3 Tage; Outdoortag 1 Tag Pfingstmontag.
Orte: FrankenPfalz-Gemeinden Hartenstein, Velden, Auerbach, Betzenstein, Neuhaus a.d. Pegnitz, Plech, Hirschbach, Königstein. Schwerpunkte Auerbach (Bouldercup; Slackline, Open-Air-Hauptvortrag,...); Betzenstein (Kletterercamp, Erbse Kletterkabarett, DWS-Contest, Bildershow, Live-Band, Podiumsdiskussion)
Pegnitztal: Outdoortag
Veranstalter: Frankenpfalz e. V.
Das Frankenalb-Dorf mit all seinen Aktionen beim Outdoortag war ein Beitrag des Tourismus Nürnberger-Land.
Aussteller u. Sponsoren: Siehe Verzeichnis auf der Original-2012-Webseite
Besucher: 25.000 (größter Anteil davon am Outdoortag mit mehr als 20.000 Besuchern)
Organisatoren der
Erstveranstaltung:
Sven König (www.frankenjura.com) und
Horst Fürsattel
Kontakt: Fürsattel GmbH - Event Management
Geschäftsführer: Horst Fürsattel
Kleedorf 37; 91241 Kirchensittenbach
Tel: +49 9151 86 22 04; Mail: info@horstfuersattel.de
 


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